Stromvorhersage
Wie viel Strom die Gemeinschaft in den nächsten zwei Tagen voraussichtlich selbst deckt — und, weil das erst zählt, wenn man es nachprüft: wie genau unsere Vorhersagen bisher waren.
Stand: 10.09.2026, 00:02 Uhr · täglich um 09:40 neu gerechnetDieselbe Energie, zwei Blickwinkel
Der grau hinterlegte Bereich ist in beiden Balken gleich breit — es ist derselbe Strom. Für die Erzeuger ist er ein großer Teil dessen, was sie ins Netz einspeisen. Für die Verbraucher ist er ein kleinerer Teil dessen, was sie aus dem Netz beziehen. Genau deshalb gibt es zwei Prozentzahlen.
Warum „Einspeisung" und „Bezug" und nicht „Erzeugung" und „Verbrauch"? Gemessen wird am Zählpunkt. Was eine Anlage erzeugt und im Haus gleich selbst verbraucht, kommt dort nie an — bei Anlagen mit Speicher bleibt oft mehr als die Hälfte dahinter. Wir zeigen deshalb nur, was wir auch wirklich sehen: was ins Netz gegangen ist und was aus dem Netz gekommen ist.
Lokal heißt: Erzeuger und Verbraucher hängen am selben Ortsnetz, der Strom nimmt den kürzesten Weg. Regional heißt: beide liegen im selben Netzgebiet, aber weiter auseinander. Je kürzer der Weg, desto geringer die Netzkosten — deshalb wird zuerst lokal verteilt und erst danach regional. Was das im Tarif ausmacht, steht bei den Tarifen.
Der Tag im Viertelstundentakt
Die gefüllte Fläche ist der Strom, der die Gemeinschaft nicht verlässt. Sie kann nie höher sein als die niedrigere der beiden Linien — mehr lässt sich nicht verteilen, als gleichzeitig eingespeist und bezogen wird. Der Umschalter zerlegt sie in den lokalen und den regionalen Teil. Hell hinterlegt ist das Fenster, in dem der Anteil aus der Gemeinschaft am größten ist.
Ist das viel?
Eine Prozentzahl allein sagt wenig. Hier steht die Vorhersage für heute neben dem, was an den 60 zuletzt ausgewerteten Tagen wirklich gemessen wurde.
Gemessene Werte, keine Prognose — deshalb enden sie 7. September 2026. Der Netzbetreiber liefert Messwerte mit Verzug.
Wie gut war die Prognose?
Nicht für eine einzelne Gemeinschaft, sondern für alle 34 zusammen — Hauptverein, Sektion Süd und jede lokale Sektion mit Zählpunkten. Verglichen werden 60 ausgewertete Tage (9. Juli 2026 bis 7. September 2026) gegen die tatsächlich gemessenen Werte.
Wird es besser?
Gleitendes Mittel über 7 Tage — weniger ist besser. Eine einzelne Tagesabweichung ist Wetter; erst der geglättete Verlauf zeigt, wie gut das Modell wirklich ist. ⚠ Bewertet werden Prognosen so, wie sie damals gerechnet wurden. Änderungen am Verfahren schlagen hier erst nach Wochen durch.
- 1 17. Juli 2026 — Zählpunkte ohne Daten. Zählpunkte ohne verwertbare Messhistorie werden seither auf null gesetzt statt geschätzt.
- 2 24. Juli 2026 — Solarmodell. Wirkungsgrad des Solarmodells in zwei Schritten von 0,80 auf 0,90 angehoben (24. und 25. Juli).
- 3 26. Juli 2026 — Heurigen-Anpassung. An Tagen mit Heurigen-Ausstecken wird der Bezug der betroffenen Zählpunkte angepasst.
- · 9. September 2026 — Erst decken, dann mitteln. Die Deckung wird für jeden Vergleichstag einzeln gerechnet und erst danach gemittelt. Vorher lief es umgekehrt, was die Deckung systematisch zu hoch auswies. Noch nicht im Verlauf zu sehen: die Auswertung reicht bis 7. September 2026.
Der Strich steht am Tag der Änderung. Sie wirkt auf die Prognosen ab dem Folgetag — und weil der Verlauf über 7 Tage mittelt, zeigt sich der Effekt erst in der Woche danach.
Tag für Tag
Jeder Strich ist ein Tag. Nach oben heißt: es kam mehr, als wir vorhergesagt haben. Nach unten: weniger. Grün bis 10 %, orange bis 25 %, rot darüber. Ein Ausschlag in eine Richtung über viele Tage ist kein Zufall, sondern ein Fehler im Modell — und genau das ist hier zu sehen. Die gestrichelten Linien sind dieselben Änderungen am Verfahren wie im Verlauf darüber.
Wie das gerechnet wird
- Woher die Prognose kommt
- Aus demselben Verfahren, mit dem wir jeden Tag die Teilnahmefaktoren der Zählpunkte einstellen: Für jeden Zählpunkt wird aus vergleichbaren Tagen der Vergangenheit ein Viertelstunden-Verlauf geschätzt, die Einspeisung zusätzlich am Wettermodell für den Zieltag skaliert. Danach wird rechnerisch verteilt, wer wessen Strom bekommt — zuerst lokal, dann regional. Nichts davon ist eigens für diese Seite gerechnet.
- Was verglichen wird
- Die Vorhersage vom Vortag gegen die Messwerte, die der Netzbetreiber später geliefert hat. Für Übermorgen zeigen wir eine Zwei-Tages-Prognose; die wird seit 9. September 2026 mitgeschrieben und kann erst bewertet werden, wenn genug Tage beisammen sind.
- Welche Tage nicht mitzählen
- Messwerte treffen nach und nach ein und stehen anfangs auf null. Ein Tag wird deshalb erst bewertet, wenn mindestens 95 % seiner Viertelstundenwerte vorliegen. Zuletzt übersprungen: 25.08. (59 %).
- Welche Gemeinschaften mitzählen
- Die 34 Energiegemeinschaften der EEG Guntramsdorf, die derzeit Zählpunkte mit Messdaten tragen — gemeinsam gerechnet, nicht einzeln. Die gemeinschaftliche Erzeugungsanlage (GEA) ist bewusst nicht dabei — sie ist keine Energiegemeinschaft, sondern eine Anlage in einem einzelnen Haus. Ihr Anteil (zuletzt rund 0,2 %) zählt deshalb oben nicht zum Gemeinschaftsstrom, sondern steckt in den grauen Balkenteilen.
- Warum „mittlere Abweichung“ und nicht „Trefferquote“
- Die mittlere Abweichung nimmt jeden Tag für sich und mittelt die Beträge. Damit können sich ein zu hoher und ein zu niedriger Tag nicht gegenseitig aufheben — anders als bei einer Summe über den ganzen Zeitraum, die fast immer besser aussieht, als die Prognose war.