Hitzewellen gehören mittlerweile zu jedem österreichischen Sommer dazu, und immer mehr Haushalte rüsten mit einer Klimaanlage oder einem mobilen Klimagerät nach. Die gute Nachricht für EEG-Mitglieder: Kühlen ist einer der wenigen großen Verbraucher, der von Natur aus perfekt zur Energiegemeinschaft passt. Warum, und wie du das Beste herausholst, liest du hier.
Warum die Klimaanlage ein EEG-Lieblingskind ist
Die meisten großen Stromverbraucher muss man bewusst in die Sonnenstunden verschieben — die Waschmaschine, das E-Auto, den Geschirrspüler. Die Klimaanlage macht das von ganz allein: Sie läuft am stärksten genau dann, wenn es am heißesten ist — also mittags, wenn die Sonne am höchsten steht und unsere PV-Anlagen am meisten Tagstrom in die Gemeinschaft einspeisen.
Das heißt: Wenn du an einem Hitzetag mittags kühlst, bekommst du dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit günstigen Gemeinschaftsstrom — ganz ohne dass du irgendetwas umstellen musst. Null Verschiebungsaufwand, voller EEG-Vorteil.
An einem Hitzetag laufen die Klimageräte in der ganzen Nachbarschaft ungefähr zur gleichen Zeit — und genau dann liefern auch die PV-Anlagen auf den Dächern von Guntramsdorf ihren meisten Strom. Dein Kühlbedarf und die Sonnenernte deiner Nachbarn treffen sich also fast von selbst. Das ist der Kern der Energiegemeinschaft: Strom, der hier erzeugt wird, wird auch hier verbraucht — statt den weiten Weg übers Netz zu nehmen.
Der clevere Trick: Vorkühlen in der Goldzone
Es gibt aber noch eine Stufe besser. Wer am Nachmittag oder Abend einen kühlen Raum haben möchte, kann ihn schon zwischen 11 und 15 Uhr vorkühlen, wenn der EEG-Deckungsgrad am höchsten ist. Gebäude speichern Kühle in Wänden und Möbeln eine Weile — ein gut isolierter Raum, der mittags auf 22 °C heruntergekühlt wurde, bleibt bis in den frühen Abend angenehm. So verlagerst du auch den Abendkomfort in die günstige Tagstrom-Zone.
Am besten funktioniert das Vorkühlen in Räumen mit viel Masse: massive Wände und Böden speichern die Kühle länger als ein leichtes Dachgeschoss unter dem heißen Blechdach. Halte nach dem Vorkühlen Türen und Fenster geschlossen, damit die investierte Kühle nicht gleich wieder entweicht — und ziehe dort, wo möglich, die Beschattung zu, bevor die Nachmittagssonne den Raum erneut aufheizt.
So findest du deine Goldzone
Wann die Sonne am meisten liefert, schwankt mit dem Wetter. Einen guten Anhaltspunkt gibt dir die Solar-Prognose im Mitgliederportal: Sie zeigt, wie viel Erzeugung für den Tag erwartet wird und wann die Mittagsspitze liegt — inklusive Vergleich mit einem wolkenlosen Idealtag. An einem klaren Sommertag ist die Goldzone breit und fällt fast mit den heißesten Stunden zusammen. An bewölkten Tagen lohnt der Blick besonders, um das Vorkühlen genau auf die sonnigsten Stunden zu legen.
Sieben Tipps für effizientes Kühlen
- Tagsüber abschatten: Rollläden, Jalousien und Markisen außen runter, solange die Sonne aufs Fenster knallt. Was nicht reinkommt, muss nicht weggekühlt werden.
- Nachts und morgens lüften: Die kühle Nachtluft hereinholen, dann tagsüber alles dicht halten.
- Nicht zu kalt einstellen: Jedes Grad weniger kostet spürbar Strom. 25-26 °C fühlen sich bei draußen 35 °C schon herrlich an — der Unterschied zur Außenluft macht den Effekt.
- Türen zu: Nur die Räume kühlen, in denen du dich wirklich aufhältst.
- Filter sauber halten: Ein verstaubter Filter zwingt das Gerät zu Mehrarbeit. Regelmäßig reinigen.
- Auf den Energieeffizienz-Wert achten: Bei einer Neuanschaffung lohnt der Blick auf den SEER-Wert — effiziente Geräte brauchen für dieselbe Kühlung deutlich weniger Strom.
- Vorkühlen in der Goldzone: wie oben beschrieben — der Hebel mit dem besten EEG-Effekt.
Wartung: sauber gekühlt ist günstig gekühlt
Ein Klimagerät arbeitet nur dann sparsam, wenn die Luft ungehindert durchströmen kann. Den Innenfilter solltest du in der Kühlsaison regelmäßig herausnehmen und von Staub und Flusen befreien — bei intensiver Nutzung ruhig alle paar Wochen. Auch die Außeneinheit will frei bleiben: Laub, Gras und Schmutz vor den Lamellen zwingen den Kompressor zu Mehrarbeit. Steht sie zudem nicht in einer stauwarmen, sonnenbeschienenen Ecke, tut sie sich leichter. Größere Servicearbeiten — etwa die Kontrolle des Kältemittels — gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Eine gepflegte Anlage kühlt zuverlässiger, braucht weniger Strom und hält länger.
Was kostet das eigentlich?
Ein typisches Split-Klimagerät zieht im Betrieb etwa 1 bis 2 kW. Läuft es an einem Hitzetag vier bis sechs Stunden, sind das grob 4 bis 12 kWh am Tag. Verbrauchst du diesen Strom in der Tagstrom-Goldzone, sparst du gegenüber dem freien Markt rund 15 bis 50 Cent pro Tag — über einen heißen Sommer summiert sich das auf 30 bis 60 Euro, die in der Gemeinschaft bleiben statt beim Netzbetreiber.
Den größten Hebel hast du dabei nicht beim Gerät selbst, sondern beim Wann und Wie: ein Grad wärmer eingestellt und der Betrieb in der Tagstrom-Goldzone wirken zusammen oft stärker als jede technische Feinheit.
Erfolgskontrolle im Portal
Ob dein Kühlstrom tatsächlich in der Goldzone lag, siehst du mit ein, zwei Tagen Verzögerung im Mitgliederportal. Die Lastprofil-Heatmap zeigt dir, zu welchen Tagesstunden du am meisten verbraucht hast — und ob das mit dem EEG-Deckungsgrad zusammenfiel.
Gemeinsam durch den heißen Sommer
Kühlen mit EEG-Strom ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine Energiegemeinschaft im Alltag funktioniert: Wer mittags mit Sonnenstrom kühlt, nimmt weniger teuren Netzstrom ab und lässt mehr regionale Erzeugung in der Gemeinschaft. Der Sonnenstrom vom Dach deines Nachbarn kühlt dein Wohnzimmer — und umgekehrt. So bleibt die Wertschöpfung in Guntramsdorf. Kühl profitieren, Sonnenstrom nutzen und gemeinsam sparen gehen bei der Klimaanlage besonders leicht Hand in Hand.
Noch kein Mitglied? Hier anmelden und kühl durch den Sommer kommen — mit Sonnenstrom von nebenan.