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Tagstrom, Nachtstrom und der Teilnahmefaktor — einfach erklärt

07.07.2026 · Gerold Babuschik

Tagstrom, Nachtstrom und der Teilnahmefaktor — einfach erklärt

Wenn man neu in einer Energie­gemeinschaft ist, stoßt man schnell auf drei Begriffe, die im Alltag sonst niemand verwendet: Tagstrom, Nachtstrom und der Teilnahmefaktor. Klingt technisch — ist aber im Kern ganz einfach. In diesem Beitrag erklären wir alle drei so, dass es wirklich hängen bleibt.

Tagstrom und Nachtstrom: Wann der Strom zu dir kommt

In unserer Gemeinschaft unterscheiden wir den Strom danach, wann er verbraucht oder erzeugt wird:

  • Tagstrom umfasst die Stunden, in denen die Sonne arbeitet — grob gesagt die helle Tageszeit. Das ist die Zeit, in der unsere PV-Anlagen Strom einspeisen und in der du als Verbraucher den günstigsten Gemeinschafts­strom bekommst.
  • Nachtstrom umfasst die Stunden, in denen die Sonne schläft. In dieser Zeit gibt es in einer reinen PV-Gemeinschaft kaum eigenen Strom — was nachts verbraucht wird, kommt also größtenteils aus dem regulären Netz.

Der praktische Schluss daraus ist simpel: Wer Verbrauch von der Nacht in den Tag verschiebt — etwa Waschmaschine, Geschirrspüler oder E-Auto —, profitiert am meisten von der Gemeinschaft. Genau das beschreiben wir ausführlich in unserem Lastverschiebungs-Beitrag.

Übrigens: In manchen technischen Dokumenten findest du für dasselbe die Kürzel „HT" (Hochtarif) und „NT" (Niedertarif). Wir bleiben bei den verständlicheren Begriffen Tagstrom und Nachtstrom — gemeint ist dasselbe.

Der Teilnahmefaktor: Wie der Strom aufgeteilt wird

Jetzt zum spannendsten Begriff. Stell dir vor, an einem sonnigen Mittag speisen die Erzeuger unserer Gemeinschaft 100 kWh ein. Gleichzeitig wollen aber viele Verbraucher diesen günstigen Strom haben. Wie wird er fair verteilt? Genau das regelt der Teilnahmefaktor.

Der Teilnahmefaktor ist im Grunde eine Gewichtung: Er legt fest, welchen Anteil des verfügbaren Gemeinschafts­stroms dein Zählpunkt in einer bestimmten Viertelstunde bekommt. Ist mehr Strom da als gebraucht wird, bekommt jeder seinen vollen Bedarf gedeckt. Ist weniger da, wird anteilig aufgeteilt — und der Teilnahmefaktor entscheidet, nach welchem Schlüssel.

Ein Bild dazu

Denk an eine große Pizza, die unter Nachbarn geteilt wird. Wenn alle satt werden, ist die Aufteilung egal. Wenn die Pizza aber knapp ist, braucht es eine Regel, wer wie viel bekommt. Der Teilnahmefaktor ist diese Regel — und wir stellen ihn so ein, dass die Gemeinschaft als Ganzes möglichst viel von ihrem eigenen Strom nutzt.

Lokal und Regional kommen noch dazu

Ein Zählpunkt kann gleichzeitig an mehreren Ebenen teilnehmen — an der lokalen und an der regionalen Energie­gemeinschaft. Auch dabei spielt der Teilnahmefaktor eine Rolle, weil er bestimmt, welche Ebene zuerst bedient wird. Was lokal und regional genau bedeuten, erklären wir in einem eigenen Beitrag in der nächsten Woche.

Wo du das alles siehst

Im Mitglieder­portal kannst du für jeden deiner Zählpunkte nachsehen, wie hoch dein Tagstrom- und Nachtstrom-Anteil war und wie viel davon aus der Gemeinschaft kam. Du musst also nichts auswendig lernen — die Zahlen liegen für dich bereit.

Fragen zu deinem Teilnahmefaktor? Schreib uns einfach: info@eeg-guntramsdorf.at.