Koffer gepackt, Auto beladen, Tür abgesperrt — und dann läuft zuhause der Stromzähler weiter, als wäre nichts gewesen. In jedem Haushalt schlummert ein Grundverbrauch, der auch dann anfällt, wenn niemand zuhause ist. Bevor du in den Sommerurlaub aufbrichst, lohnt sich ein kurzer Rundgang. Hier ist die Checkliste.
Der heimliche Dauerläufer: Standby
Viele Geräte ziehen Strom, obwohl sie scheinbar aus sind. Fernseher, Spielekonsolen, Soundbars, Drucker, Kaffeevollautomaten, WLAN-Repeater, Ladegeräte ohne angeschlossenes Gerät — jedes für sich nur ein, zwei Watt, aber in Summe läppert sich das. Ein durchschnittlicher Haushalt verheizt im Standby über das Jahr gerne 50 bis 100 Euro. Während der Urlaubswochen ist das pures Wegwerfgeld.
Tipp: Schaltbare Steckdosenleisten sind der einfachste Hebel. Ein Klick vor der Abreise, und ganze Gerätegruppen sind wirklich vom Netz.
Der Knackpunkt: Standby-Verbrauch fällt rund um die Uhr an — auch nachts, auch am Wochenende und eben auch dann, wenn du zwei oder drei Wochen gar nicht da bist. Genau deshalb lohnt es sich, vor längerer Abwesenheit einmal konsequent aufzuräumen.
So spürst du die Stromfresser wirklich auf
Der Titel verspricht es: aufspüren. Bevor du entscheidest, was vom Netz darf, hilft ein kurzer, systematischer Rundgang durch die Wohnung. So findest du die versteckten Verbraucher zuverlässig:
- Augen auf: Geh Raum für Raum und schau bewusst nach leuchtenden Anzeigen, Displays und Kontroll-LEDs. Was leuchtet, verbraucht.
- Hände dran: Netzteile und Ladegeräte, die sich warm anfühlen, ziehen Strom — auch wenn gar kein Gerät dranhängt.
- Genau messen: Ein kleines Energiekosten-Messgerät für die Steckdose (günstig im Baumarkt zu haben) zeigt dir aufs Watt genau, was ein Gerät im Standby tatsächlich frisst.
- Zählerstand notieren: Schreib dir vor der Abreise den Zählerstand auf. Nach dem Urlaub siehst du schwarz auf weiß, wie viel im leeren Haus verbraucht wurde.
Was AUS darf — eine Checkliste vor der Abreise
- Unterhaltungselektronik: TV, Receiver, Konsole, Soundbar — komplett vom Netz.
- Küchengeräte im Standby: Mikrowelle, Kaffeemaschine, Toaster mit Anzeige.
- Büro: Drucker, Monitor, Dockingstation, Router-Zusatzgeräte (sofern du keine Fernzugriffe brauchst).
- Ladegeräte: Alle Netzteile, die ohne Gerät in der Steckdose stecken.
- Boiler / Warmwasser: Wenn niemand zuhause ist, muss auch kein Warmwasser bereitgehalten werden. Viele Boiler haben einen Urlaubsmodus — oder du schaltest ihn am Sicherungsautomaten ab. (Bei längerer Abwesenheit aus Hygienegründen vor der ersten Nutzung wieder gut durchheizen.)
Sicherheit gibt es gratis dazu
Geräte wirklich vom Netz zu trennen spart nicht nur Strom — es ist auch ein Stück Sicherheit. Was komplett stromlos ist, kann bei einem der typischen Sommergewitter keinen Schaden durch Überspannung nehmen und fällt auch als mögliche Brandquelle weg. So nimmst du gleich zwei Sorgen mit in den Urlaub — oder besser gesagt: lässt sie zuhause.
Was AN bleiben sollte
Nicht alles darf vom Netz — ein paar Dinge brauchen weiter Strom:
- Kühlschrank und Gefrierschrank: Klar, die laufen weiter. Tipp: Wer ohnehin einen halbleeren Gefrierschrank hat, kann ihn vor langem Urlaub abtauen und leeren — das spart spürbar.
- Router/WLAN: Wenn du eine Alarmanlage, smarte Überwachung oder Heizungssteuerung mit Fernzugriff nutzt, muss das Internet laufen.
- Kühlung für Medikamente oder Aquarium/Terrarium: selbstverständlich.
- PV-Anlage und Wechselrichter: Erzeuger lassen ihre Anlage selbstverständlich laufen — gerade im Urlaub speist sie schön in die Gemeinschaft ein, während zuhause kaum verbraucht wird. Dein Sonnenstrom hilft dann der ganzen Nachbarschaft.
Der schöne Nebeneffekt für Erzeuger
Wenn du eine PV-Anlage hast und im Urlaub bist, passiert etwas Hübsches: Dein Eigenverbrauch sinkt fast auf null, aber die Anlage produziert weiter. Dieser Überschuss fließt als Erzeugung Lokal und Regional in die Gemeinschaft — und deckt den Bedarf deiner Nachbarn, die zuhause geblieben sind. Du verdienst sozusagen Urlaubsgeld, während du am Strand liegst.
Wie viel da zusammenkommt, kannst du übrigens selbst nachvollziehen: Im Portal siehst du deine Erzeugung Tag für Tag — und wie dein Überschuss genau dann in die Gemeinschaft fließt, wenn du selbst gar nicht zuhause bist.
Nach dem Urlaub: im Portal nachschauen
Wenn du zurück bist, lohnt ein Blick ins Mitgliederportal: An der Verbrauchskurve siehst du genau, wie flach die Linie während deiner Abwesenheit war — und ob noch irgendwo ein heimlicher Stromfresser durchgelaufen ist. Eine ungewöhnlich hohe Grundlast deutet auf ein Gerät hin, das man beim nächsten Mal besser abschaltet.
Tipp: Vergleich einfach die Woche vor der Abreise mit den Urlaubstagen. Sackt die Kurve spürbar ab, hast du alles richtig gemacht. Bleibt sie auffällig hoch, weißt du beim nächsten Mal genau, wo noch ein Stecker zu ziehen ist.
Schönen Urlaub! Und falls Fragen auftauchen: info@eeg-guntramsdorf.at.