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Hochsommer-Hitze und PV: Warum deine Anlage bei 35 °C weniger liefert

21.07.2026 · Gerold Babuschik

Hochsommer-Hitze und PV: Warum deine Anlage bei 35 °C weniger liefert

Viele unserer Erzeuger­mitglieder wundern sich im Hochsommer: Die Sonne brennt vom Himmel, kein Wölkchen weit und breit — und trotzdem zeigt die PV-Anlage nicht ihren absoluten Spitzenertrag. Wie kann das sein? Die Antwort hat mit einem überraschenden Detail zu tun: Photovoltaik mag Sonne, aber keine Hitze.

Module verlieren Leistung, wenn sie heiß werden

Solarzellen haben eine unangenehme Eigenschaft: Je wärmer sie werden, desto weniger Spannung liefern sie. Der Effekt ist nicht klein. Pro Grad Celsius, das die Modul­temperatur über die Norm­bedingungen (25 °C) steigt, verliert ein typisches Silizium-Modul etwa 0,3 bis 0,4 % seiner Leistung.

Das klingt nach wenig — aber rechne mit: An einem Hitzetag wird ein dunkles Dachmodul in der prallen Sonne schnell 60 bis 70 °C heiß. Das sind 35 bis 45 Grad über der Norm. Bei 0,35 % Verlust pro Grad bedeutet das einen Leistungs­abschlag von rund 12 bis 16 % gegenüber dem theoretischen Maximum.

Deshalb sind kühle Frühlingstage oft Rekordtage

Genau aus diesem Grund stammen die ertragreichsten Einzeltage vieler Anlagen nicht aus dem Juli oder August, sondern aus dem April oder Mai: viel Sonnenstunden, aber kühle Luft, die die Module auf Betriebs­temperatur hält. Ein klarer, frischer Apriltag mit 12 °C Lufttemperatur kann eine Anlage besser ausnutzen als ein drückender Augusttag mit 35 °C.

Für unsere Gemeinschaft bedeutet das aber keinesfalls, dass der Sommer schlecht ist — im Gegenteil: Die längeren Tage gleichen den Hitzeverlust mehr als aus. Die Sonne scheint im Juli einfach viel länger als im April, und unterm Strich ist die geteilte Strommenge im Hochsommer am höchsten.

Was Erzeuger gegen die Hitze tun können

Komplett verhindern lässt sich der Effekt nicht — aber abmildern. Ein paar Punkte, die helfen:

  • Hinterlüftung: Module, die mit etwas Abstand zum Dach montiert sind, kühlen besser als solche, die flach aufliegen. Bei der Planung einer neuen Anlage lohnt es sich, darauf zu achten.
  • Verschattung im Blick behalten: Im Hochsommer steht die Sonne so hoch, dass manche Verschattungen (etwa durch Bäume) anders ausfallen als im Winter. Ein Kontrollblick auf das Ertragsprofil im Portal lohnt sich.
  • Saubere Module: Pollen, Staub und Vogelkot vom Frühjahr summieren sich. Eine saubere Oberfläche holt ein paar Prozent zurück — bei Regen erledigt sich das oft von selbst, aber bei langen Trockenphasen kann eine sanfte Reinigung sinnvoll sein.

Die Mittagsdelle nutzen statt bekämpfen

Statt sich über Hitzeverluste zu ärgern, kann man den Sommer auch von der Sonnenseite sehen: Selbst mit Temperatur­abschlag produzieren unsere Anlagen mittags so viel, dass die Gemeinschaft in diesen Stunden einen sehr hohen Deckungsgrad hat. Wer als Verbraucher seinen Bedarf in die Tagstrom-Stunden legt, profitiert genau dann am meisten — siehe unseren Beitrag zur Lastverschiebung.

Im Portal selbst nachschauen

Erzeuger­mitglieder finden im Mitglieder­portal ihre Einspeise­kurve in Viertelstunden-Auflösung. Wer mag, kann sich einen kühlen Maitag und einen heißen Julitag nebeneinander anschauen — der Temperatur­effekt wird oft direkt sichtbar.

Du betreibst eine PV-Anlage und willst sie in die Gemeinschaft einbringen? Hier anmelden — jeder eingespeiste Sonnen­strom hilft der ganzen Nachbarschaft.


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