Die Delegation aus Lettland bei ihrem Besuch im Rathaus Guntramsdorf. Foto: © EEG Guntramsdorf
Im Rahmen der Best-Practice-Auszeichnung 2026 besuchte eine kommunalpolitische Delegation aus Lettland in Begleitung der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft Guntramsdorf – zum Kennenlernen eines Modells, das in Lettland erst entstehen soll.
Guntramsdorf, 27. Oktober 2026 – Weil die EEG Guntramsdorf heuer als eines von fünf österreichischen Best-Practice-Beispielen ausgezeichnet wurde, stand sie am 27. Oktober auf dem Besuchsprogramm einer Delegation aus Lettland. Begleitet von der Energie- und Umweltagentur NÖ informierten sich die Gäste aus der lettischen Kommunalpolitik im Rathaus Guntramsdorf darüber, wie eine Energiegemeinschaft in der Praxis funktioniert, und tauschten sich anschließend mit dem Vorstand über verschiedene Modelle aus.
Warum Lettland nach Vorbildern sucht
Lettland ist erst seit Februar 2025 mit dem kontinentaleuropäischen Verbundnetz synchronisiert. Im Land gibt es im Wesentlichen einen großen Netzbetreiber, und Energiegemeinschaften kommen dort bisher nur langsam voran. Wie die Gäste berichteten, wird deshalb nun die Politik selbst aktiv und sucht nach Modellen, die sich in Lettland umsetzen lassen.
Herzlicher Empfang im Rathaus
Bürgermeister Robert Weber begrüßte die Delegation und zeigte sich erfreut über den Besuch in Guntramsdorf. Als Gastgeschenk erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine Flasche besten Guntramsdorfer Weins.
Obmann Gerold Babuschik freute sich ebenfalls über das Interesse aus dem Baltikum und eröffnete die Präsentation mit einer kurzen Einführung – und mit ein paar Worten auf Lettisch. Obmann-Stellvertreterin Gabriele Ertl führte anschließend auf Englisch durch die ausführliche Präsentation der Energiegemeinschaft und beantwortete die zahlreichen Fragen der Gäste.

Präsentation der EEG Guntramsdorf vor der Delegation aus Lettland. Foto: © EEG Guntramsdorf
Was die Gäste gesehen haben
Im Mittelpunkt stand das Guntramsdorfer Modell mit drei Ebenen: gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen in Mehrparteienhäusern, lokale Energiegemeinschaften an den einzelnen Trafostationen und regionale Energiegemeinschaften am Umspannwerk. Weil das Stromnetz in Guntramsdorf fein gegliedert ist und nicht an jeder Trafostation Erzeuger und Verbraucher im Gleichgewicht stehen, nimmt jedes Mitglied lokal und regional zugleich teil: Die lokale Ebene sorgt dafür, dass möglichst viel Strom in der Nachbarschaft bleibt, die regionale gleicht Überschüsse und Lücken aus.
Großes Interesse fanden die täglich angepassten Teilnahmefaktoren. Statt jeden Tag dieselbe Aufteilung zu verwenden, berechnet die selbst entwickelte Plattform der Gemeinschaft aus den Verbrauchsdaten und Solarprognosen jeweils für den nächsten Tag, wie viel Strom lokal und wie viel regional geteilt wird. So wird an sonnigen wie an bewölkten Tagen mehr Strom innerhalb der Gemeinschaft genutzt. Für die Mitglieder bedeutet das niedrigere Netzentgelte auf den gemeinsam genutzten Strom – derzeit 57 Prozent lokal und 28 Prozent regional – sowie den Entfall der Elektrizitätsabgabe und des Erneuerbaren-Förderbeitrags.
Weitere Informationen
EEG Guntramsdorf als österreichisches Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet
Best-Practice-Beispiele 2026 beim Klima- und Energiefonds
Rückfragehinweis
EEG Guntramsdorf
Gerold Babuschik, Obmann
E-Mail: info@eeg-guntramsdorf.at