Wer seine erste EEG-Abrechnung oder die Donut-Charts im Mitgliederportal anschaut, sieht zwei Farben und zwei Begriffe: lokal und regional. Beide bedeuten Gemeinschaftsstrom — aber sie unterscheiden sich darin, wie weit der Strom zwischen Erzeuger und Verbraucher reisen darf. Hier ist die Erklärung in Alltagssprache.
Strom fließt durch ein Netz mit Ebenen
Das österreichische Stromnetz ist wie ein Straßennetz aufgebaut: Es gibt kleine Anliegerstraßen (das Ortsnetz), größere Verbindungsstraßen und schließlich Autobahnen (das Übertragungsnetz). Je näher Erzeuger und Verbraucher beieinander liegen, desto weniger „Straße" muss der Strom benutzen — und desto günstiger ist sein Transport.
Genau hier setzen die zwei Ebenen einer Energiegemeinschaft an:
Lokale Energiegemeinschaft
Bei der lokalen Ebene teilen sich Erzeuger und Verbraucher, die am selben Niederspannungsabschnitt hängen — vereinfacht gesagt: an derselben Trafostation. Der Strom bleibt sozusagen in der unmittelbaren Nachbarschaft. Weil er nur eine sehr kurze Strecke zurücklegt, ist die Netzentgelt-Ersparnis am größten. Lokal ist also die günstigste Variante.
Regionale Energiegemeinschaft
Bei der regionalen Ebene reicht der Radius weiter — der Strom darf innerhalb desselben Umspannwerk-Bereichs geteilt werden, also über mehrere Trafostationen hinweg. Dadurch finden viel mehr Erzeuger und Verbraucher zusammen, was den Deckungsgrad erhöht. Die Netzersparnis ist etwas geringer als bei lokal, aber immer noch deutlich besser als beim Strombezug aus dem freien Markt.
Warum beides zusammen am besten ist
Die meisten unserer Zählpunkte nehmen an beiden Ebenen gleichzeitig teil. Die Logik dahinter ist clever: Zuerst wird versucht, deinen Verbrauch mit lokalem Strom aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu decken (günstigste Variante). Was lokal nicht gedeckt werden kann, wird mit regionalem Gemeinschaftsstrom aufgefüllt. Erst was dann noch übrig bleibt, kommt aus dem regulären Netz.
So holst du das Maximum aus der Gemeinschaft heraus: erst die günstigste Ebene, dann die nächstgünstige, dann der Rest.
So erkennst du es im Portal
Im Mitgliederportal haben wir die Ebenen farblich getrennt: Verbrauch Lokal erscheint grün, Verbrauch Regional blau. Bei Erzeugern entsprechend in Orange und Rot. So siehst du auf einen Blick, wie viel deines Stroms aus der direkten Nachbarschaft und wie viel aus der weiteren Region kam.
Das bringt es dir konkret
Du musst für diese Aufteilung nichts tun — sie passiert automatisch im Hintergrund, viertelstündlich. Wichtig ist nur das Verständnis: Beide Ebenen sparen dir Geld und halten Wertschöpfung in der Region. Lokal ein bisschen mehr, regional ein bisschen weiter gestreut — und gemeinsam ergeben sie die volle Stärke deiner Energiegemeinschaft.
Noch kein Mitglied? Hier anmelden und Teil beider Ebenen werden.