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Deine Lastspitze: der Wert, der ab 2027 beim Netzentgelt zählen soll

02.10.2026 · Gerold Babuschik

Deine Lastspitze: der Wert, der ab 2027 beim Netzentgelt zählen soll

Ab sofort zeigen wir dir jeden Monat einen neuen Wert: deine Lastspitze. Das klingt technisch, ist aber schnell erklärt – und wird bald wichtig. Denn nach den Plänen der E-Control sollen die Netzentgelte ab 2027 auch für Haushalte einen Anteil enthalten, der sich nach genau diesem Wert richtet.

Was ist die Lastspitze?

Dein Stromzähler misst, wie viel Strom du in jeder Viertelstunde aus dem Netz beziehst – 96 Werte am Tag, rund 2.900 im Monat. Deine Lastspitze ist die höchste dieser Viertelstunden im Monat, umgerechnet in Leistung (Kilowatt). Wer in einer Viertelstunde 1,25 kWh bezieht, hatte in dieser Zeit im Schnitt 5 kW Leistung.

Eine Spitze entsteht meistens dann, wenn mehrere große Geräte gleichzeitig laufen: Backrohr und Herdplatten am Abend, dazu Geschirrspüler oder Waschmaschine – und vielleicht noch das E-Auto an der Wallbox. Gemessen wird am Zähler, also nach dem Strom, den deine eigene PV-Anlage gerade liefert.

Warum zählt das ab 2027?

Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) verlangt neue Regeln für die Netzentgelte. Die E-Control hat dazu im Sommer den Entwurf einer Grundsatzverordnung (SNE-G-V) zur Begutachtung vorgelegt. Darin ist vorgesehen:

  • Das Netznutzungsentgelt besteht künftig aus einem Arbeitspreis je Kilowattstunde und einem Leistungspreis je Kilowatt – auch für Haushalte.
  • Bemessen wird der Leistungsanteil nach der höchsten Viertelstunde jedes Kalendermonats – also genau nach deiner Lastspitze.
  • Bis 10 kW gilt ein Preis, für den Teil darüber ein höherer.
  • Geplant ist der Start mit 1. Jänner 2027.

Wichtig: Die Verordnung ist noch nicht beschlossen, und was ein Kilowatt kosten wird, steht noch nicht fest. Die Preise kommen erst mit einer zweiten Verordnung (SNE-T-V), deren Entwurf die E-Control für Oktober angekündigt hat. Laut einer Beispielrechnung der E-Control (Österreich-Durchschnitt, Zielzustand in einigen Jahren, keine Tarifwerte) zahlen rund drei Viertel der Haushalte künftig weniger Netzentgelt. Mehr zahlt, wer im Verhältnis zu seinem Verbrauch hohe Spitzen hat – etwa durch ungesteuertes Laden eines E-Autos.

Wie hoch sind die Spitzen in unserer Gemeinschaft?

Wir haben die Werte für September ausgewertet: Die Hälfte unserer Verbrauchszählpunkte lag zwischen 2,3 und 6,4 kW, der mittlere Wert bei 3,8 kW. Jeder zehnte Zählpunkt kam über 11 kW – meist dort, wo ein E-Auto mit voller Leistung lädt oder Wärmepumpe und Heizstab dazukommen. Im Winter werden die Werte höher liegen, wenn mehr geheizt und gekocht wird und die Sonne weniger beiträgt.

Wo finde ich meinen Wert?

Im Mitgliederportal unter „Lastspitze“: für jeden deiner Zählpunkte die Spitze des letzten Monats mit Tag und Uhrzeit, dazu der Verlauf der vergangenen Monate. Außerdem schicken wir dir den Wert ab der nächsten Monatsabrechnung in deiner Abrechnungsmail mit. Die Lastspitze ist eine reine Information – mit der Abrechnung der Energiegemeinschaft hat sie nichts zu tun.

Der Wert stammt direkt aus der Messung deines Netzbetreibers. Wir rechnen nichts hoch und nichts um – maßgeblich bleibt immer die Rechnung des Netzbetreibers.

Was kannst du tun?

  • Große Geräte staffeln: Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner nicht gleichzeitig mit dem Kochen starten – ein paar Minuten Versatz genügen oft schon.
  • E-Auto klug laden: Mit geringerer Ladeleistung oder zeitversetzt laden; viele Wallboxen haben ein Lastmanagement, das genau das automatisch erledigt. Wie du dabei auch noch den Sonnenstrom der Gemeinschaft nutzt, steht in unserem Beitrag zur Mittagslade-Strategie.
  • Wärme zeitversetzt: Wärmepumpe, Boiler oder Heizstab müssen nicht dann laufen, wenn gerade gekocht wird. Tipps dazu im Beitrag Wärme aus Sonnenstrom puffern.

Und die Energiegemeinschaft?

Strom aus unserer Gemeinschaft verbilligt weiterhin jede Kilowattstunde, die du aus ihr beziehst. Auf die Lastspitze wirkt er nach dem derzeitigen Entwurf nicht – die Spitze zählt so, wie sie am Zähler gemessen wird. Am meisten hast du also davon, wenn du große Verbraucher in die Mittagsstunden legst, in denen die Gemeinschaft viel Sonnenstrom hat, und sie dabei nicht alle auf einmal einschaltest. Nur bei einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage im Haus (GEA) zählt der Strom vom Dach nach dem Entwurf auch bei der Spitze – für GEA-Teilnehmer kann die künftige Abrechnungsgröße deshalb niedriger sein als die am Zähler gemessene Spitze.

Alles Wichtige kurz erklärt – mit einem kleinen Rechner, wie viel Leistung welche Geräte gemeinsam brauchen – findest du auf unserer Infoseite eeg-guntramsdorf.at/lastspitze. Sobald die Verordnung beschlossen ist und die Preise feststehen, halten wir dich auf dem Laufenden.


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