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Winter in der Energiegemeinschaft: Warum der EEG-Anteil jetzt sinkt – und was trotzdem bleibt

03.11.2026 · Gerold Babuschik

Winter in der Energiegemeinschaft: Warum der EEG-Anteil jetzt sinkt – und was trotzdem bleibt

Seit der Zeitumstellung ist es kurz nach fünf Uhr dunkel, und wer jetzt ins Mitgliederportal schaut, sieht es auch dort: Der Anteil, den du aus der Gemeinschaft bekommst, wird von Woche zu Woche kleiner. Das ist kein Fehler und kein Grund zur Sorge, sondern Physik. Hier erklären wir, was im Winter passiert und was du trotzdem herausholen kannst.

Die Sonne macht Winterpause

Eine Photovoltaikanlage in unserer Gegend liefert im Dezember nur etwa ein Fünftel dessen, was sie im Juni bringt. Die Sonne steht tief, der Tag ist kurz – zur Wintersonnenwende gut acht Stunden, im Juni rund sechzehn –, und an vielen Tagen liegt Hochnebel über dem Wiener Becken.

Dazu kommt: Was eine Anlage erzeugt, verbraucht der Haushalt des Erzeugers zuerst selbst. In die Gemeinschaft geht nur, was übrig bleibt. Im Winter, wenn im Haus Licht brennt, gekocht und vielleicht elektrisch geheizt wird, bleibt davon deutlich weniger übrig als im Sommer.

Was das in Zahlen heißt

Unsere eigenen Zahlen zeigen den Jahreslauf deutlich. Im ersten Quartal 2026 kamen 7,4 % des Strombezugs unserer Mitglieder aus der Gemeinschaft. Im September waren es 25 %, an den besten Spätsommertagen sogar 40 %. Für November und Dezember erwarten wir wieder einstellige Werte. An trüben Tagen zeigt unsere Stromvorhersage schon jetzt nur wenige Prozent an.

Die Gemeinschaft ist seit dem letzten Winter stark gewachsen: Ende März speisten 67 Erzeuger-Zählpunkte ein, heute sind es über 200. Weil aber auch die Zahl der Verbraucher entsprechend gestiegen ist, rechnen wir nicht mit einem Sprung beim Anteil. Wie der Winter tatsächlich ausgeht, zeigen wir in der Jahresbilanz im Jänner.

Was im Winter trotzdem bleibt

  • Jede geteilte Kilowattstunde bringt gleich viel. Der Vorteil je Kilowattstunde aus der Gemeinschaft – reduzierte Netzentgelte, keine Abgaben – ist im Winter genauso groß wie im Sommer. Es sind nur weniger Kilowattstunden.
  • Du zahlst nur, was wirklich geflossen ist. Abgerechnet wird monatlich nach den tatsächlichen Messwerten. Einen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht. Ein schwacher Monat kostet dich also nichts extra.
  • Dein Stromvertrag läuft einfach weiter. Was die Gemeinschaft nicht liefert, kommt wie gewohnt von deinem Stromlieferanten. Umstellen musst du nichts.
  • Für Erzeuger: Auch kleine Wintermengen werden in der Gemeinschaft zu einem Preis über dem Marktpreis abgenommen. Von 18 bis 6 Uhr gibt es zusätzlich den Nachtstrom-Bonus.

So holst du im Winter das Meiste heraus

  • Das Mittagsfenster ist schmal. Im Dezember liefern die Anlagen vor allem zwischen etwa 10 und 14 Uhr. Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner gehören an sonnigen Tagen in dieses Fenster. Mit der Startzeitvorwahl geht das auch, wenn niemand zu Hause ist.
  • Auf das Wetter schauen, nicht nur auf die Uhr. Ein klarer Frosttag bringt ein Vielfaches eines Nebeltages. Unsere Stromvorhersage zeigt dir schon am Vortag, ob sich das Warten auf morgen lohnt und welches Zeitfenster am besten ist.
  • Den Abend entlasten. Am Winterabend kommt fast alles aus dem Netz. Wer große Geräte nicht gleichzeitig mit dem Kochen startet, senkt außerdem seine Lastspitze, die künftig beim Netzentgelt zählt.
  • Die Grundlast prüfen. Im Portal unter „Energie“ kannst du bis auf die einzelne Viertelstunde hineinzoomen. Was dein Zählpunkt um drei Uhr früh bezieht, laufen lässt du rund um die Uhr. Ideen, wo sich das versteckt, stehen in unserem Beitrag über Stromfresser im leeren Haus.

Der Blick nach vorn

Ab dem 21. Dezember werden die Tage wieder länger. Im Februar merkt man es schon deutlich, und ab März steigt der Anteil aus der Gemeinschaft Woche für Woche. Wer jetzt beitritt, ist zum Start der Sonnensaison sicher dabei, denn bis ein neuer Zählpunkt am Teilen teilnimmt, muss ihn der Netzbetreiber erst einrichten.

Noch kein Mitglied? Hier anmelden – ohne Mitgliedsbeitrag, mit oder ohne eigene PV-Anlage.


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